„In unserer Gesellschaft sind nicht die Intelligentesten und Kreativsten am erfolgreichsten. Sondern diejenigen, die verschiedenste Privilegien genießen, wie den Zugang zu Geld, Kultur und Informationen. Natürlich spielt der eigene Ehrgeiz eine Rolle, doch entscheidend für den Erfolg ist primär die soziale Herkunft. Sie entscheidet, wo man startet: Auf der Startlinie, fünf Meter vor den anderen oder weit abgeschieden mit zusätzlichen Gewichten an den Beinen.“

- unsere Mitinitiatorin Kristina auf ze.tt

Worum geht ES

Sozialer Aufstieg in Deutschland gleicht einem Hindernislauf und hängt noch immer hauptsächlich von der gesellschaftlichen Stellung und dem Geldbeutel der Eltern ab. Verschiedene Gruppen in der Gesellschaft treffen kaum aufeinander. Die Kinder derer, die gesellschaftlich “oben” sind, werden sich selbst höchstwahrscheinlich dort wiederfinden. Und diejenigen Kinder, die in weniger privilegierten Verhältnissen aufwachsen, werden es kaum nach “oben” schaffen. Der Grund ist nicht, weil sie weniger ehrgeizig, fleißig oder intelligent sind. Sondern weil sie bestimmte Vorteile nicht genießen, ihnen bestimmte Informationen fehlen und sie insgesamt weniger gesellschaftliches Selbstbewusstsein mitbringen.


You can’t be what you can’t see



"Es ist wahrscheinlicher, dass weniger schlaue, reiche Kinder einen Universitätsabschluss erreichen, als schlaue, arme Kinder."

Der Harvard-Professor Robert Putnam beschrieb dieses Problem in der amerikanischen Gesellschaft so: „Es ist wahrscheinlicher, dass weniger schlaue, reiche Kinder einen Universitätsabschluss erreichen, als schlaue, arme Kinder. […] Der Grund hierfür sind all die Vorteile, die reiche Kinder genießen.“

 

Dies scheint auch auf die Lage in Deutschland zuzutreffen. Die große Mehrheit der Kinder aus Akademikerhaushalten besucht später selbst die Universität:

 

Von 100 Kindern aus Haushalten, in denen mindestens ein Elternteil studierte, beginnen 74 ein Studium. Davon schließen 63 ihr Studium mit einem Bachelorabschluss ab, 45 absolvieren anschließend einen Master und davon wiederum schließen 10 eine Promotion ab.

 

Von 100 Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund schaffen hingegen lediglich 21 den Sprung an eine Hochschule, absolvieren nur 15 einen Bachelor und schließen nur 8 ein Masterstudium an. Ein einziger von ihnen erlangt den Doktorgrad.


Mit unserem Mentorenprogramm möchten wir also Folgendes erreichen – unsere Ziele sind:

 

  • Das soziale Gefüge stärken, dem gesellschaftlichen Auseinanderdriften entgegenwirken: Wir möchten, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Lebensrealitäten begegnen
  • Strukturen aufrütteln
  • Kindern aus weniger privilegierten Verhältnissen mit Menschen in regelmäßigen Kontakt bringen, die für sie über die eigene Familie hinaus Vorbild und Inspiration sein können

Denn Vorbilder sind wegweisend: Wir alle identifizieren uns mit bestimmten Gruppen wie unserer Familie oder der Dorfgemeinschaft, in der wir groß werden und wir fühlen uns diesen zugehörig. Unsere Ambitionen werden davon geprägt, was die Mitglieder dieser Gruppen erreichen.


Wir möchten das nicht akzeptieren.